
Der 5-Schritte-Fahrplan für wirksames Klimamanagement im Unternehmen.
Was ist Klimamanagement?
Klimamanagement ist der systematische Prozess, mit dem Unternehmen ihre Treibhausgasemissionen erfassen (Corporate Carbon Footprint), wissenschaftsbasierte Reduktionsziele definieren, Maßnahmen umsetzen und Fortschritte regelmäßig überwachen und berichten. Ziel ist die strukturierte Steuerung klimabezogener Risiken, Kosten und regulatorischer Anforderungen.
Warum ist das Thema Klimamanagement 2026 relevant?
Der CO₂-Preis in Deutschland stieg seit 2021 von 25€ auf 55€ pro Tonne. Ab 2026 ersetzt ein Auktionsverfahren den Festpreis (Korridor: 55 - 65 €/t), ab 2027 übernimmt das EU-ETS 2 (EU Emissions Trading System 2). Der Preis bildet sich dann vollständig marktbasiert (DEHSt) [1]. Für Unternehmen mit fossilen Brennstoffen bedeutet das: steigende und schwerer kalkulierbare Energiekosten.
Hinzu kommt die Nachhaltigkeitsberichterstattung: Das EU-Omnibus-Paket verschob die CSRD-Pflicht auf Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden und 450 Mio. € Umsatz. Erste Berichte stehen frühestens für 2027 an (DNK/CSRD) [2]. Dennoch sollte 2026 aktiv zur Vorbereitung genutzt werden: Strukturen aufbauen, Wesentlichkeitsanalysen durchführen, Verantwortlichkeiten klären.
Der 5-Schritte-Fahrplan für effektives Klimamanagement
Klimamanagement lässt sich strukturiert aufbauen. Der folgende Fahrplan zeigt, wie Unternehmen in fünf Schritten von der ersten Emissionserfassung bis zur transparenten Berichterstattung vorgehen – systematisch, messbar und auf die eigene Ausgangssituation zugeschnitten. Unternehmen gewinnen damit Klarheit über ihre Klimawirkung, erkennen Einsparpotenziale und begegnen regulatorischen Anforderungen und Stakeholder-Erwartungen mit einer soliden Grundlage.
Das Wichtigste in Kürze
Effektives Unternehmens-Klimamanagement läuft in fünf Schritten ab:
- Bestandsaufnahme: Zuerst wird der CO₂-Fußabdruck über alle drei Emissionsbereiche (Scope 1–3) erfasst, wobei Scope 3 oft 70–90 % der Emissionen ausmacht.
- Strategieentwicklung: Darauf aufbauend entsteht eine Klimastrategie, die Risiken und Chancen bewertet.
- Zielentwicklung: Diese wird in messbare, wissenschaftsbasierte Ziele übersetzt.
- Maßnahmenumsetzung: Bei der Umsetzung hat echte Emissionsreduktion durch Effizienz und erneuerbare Energien klar Vorrang vor Kompensation.
- Fortschrittsbericht: Abgeschlossen wird der Kreislauf durch kontinuierliches Monitoring und transparente Berichterstattung.
Soweit der Überblick. In den folgenden Abschnitten wird jeder der fünf Schritte fachlich vertieft – mit konkreten Anforderungen, praxisrelevanten Hinweisen und klaren Handlungsempfehlungen für die Umsetzung im Unternehmen.
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Ein klares Bild von der aktuellen Klimawirkung Ihres Unternehmens gewinnen.
Was ist eine CO₂-Bestandsaufnahme und warum ist sie der erste Schritt im Klimamanagement?
Die Bestandsaufnahme ist der erste Schritt, um die Klimawirkung Ihres Unternehmens zu verstehen. Dabei werden systematisch alle relevanten Treibhausgasemissionen erfasst und quantifiziert, um Ihren CO₂-Fußabdruck zu ermitteln. Grundlage dafür ist die Einteilung in drei Emissionsbereiche (Scopes) nach dem international anerkannten GHG Protocol Corporate Standard (GHG Protocol) [3]:
- Direkte Emissionen (Scope 1) entstehen aus Quellen, die direkt Ihrem Unternehmen gehören oder von ihm kontrolliert werden – etwa durch Verbrennungsprozesse in eigenen Anlagen oder den eigenen Fuhrpark.
- Indirekte Emissionen aus Energiebezug (Scope 2) umfassen Emissionen, die bei der Erzeugung von eingekaufter Energie wie Strom, Wärme, Kälte oder Dampf entstehen.
- Weitere indirekte Emissionen (Scope 3) erfassen alle Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette – z.B. durch eingekaufte Materialien, Geschäftsreisen oder die Nutzung Ihrer Produkte.
Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei Scope 3. Bei den meisten Unternehmen entfallen 70 bis 90 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen auf diesen Bereich (ÖKOTEC) [4] – also auf Emissionen, die nicht direkt im eigenen Betrieb entstehen, sondern entlang der Lieferkette und beim Kunden. Das GHG Protocol unterteilt Scope 3 in 15 Kategorien, darunter eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Transportwege, Mitarbeiterpendeln sowie die Nutzung und Entsorgung verkaufter Produkte. Gerade für Unternehmen mit emissionsintensiven Lieferketten oder langlebigen Produkten ist die Scope-3-Erhebung deshalb oft der aufwändigste, aber auch erkenntnisreichste Teil der Bestandsaufnahme.
Praxisbeispiel: Bestandsaufnahme Klimamanagement
Die Muster GmbH, ein Metallkomponentenhersteller, erfasst systematisch ihren CO₂-Fußabdruck über alle drei Scopes: direkte Emissionen aus Erdgas für die Produktionsöfen und dem Fuhrpark (Scope 1), Emissionen aus dem Strombezug für Maschinen und Beleuchtung (Scope 2) sowie Emissionen aus eingekauften Metallen und Geschäftsreisen (Scope 3). Das Ergebnis zeigt klar: Die größten Emissionstreiber sind Strom- und Gasverbrauch sowie eingekaufte Materialien. Diese Erkenntnisse bilden die Basis für alle weiteren Schritte.
Schritt 2: Strategieentwicklung
Eine langfristige Klimastrategie entwickeln, die die Weichen für Ihre zukünftigen Klimaschutzaktivitäten stellt.
Wie entwickelt ein Unternehmen eine wirksame Klimastrategie?
Mit dem CO₂-Fußabdruck als Grundlage geht es im zweiten Schritt darum, einen klaren Kurs für das Klimamanagement Ihres Unternehmens zu definieren. Die Klimastrategie legt fest, wo Sie hinwollen und wo Sie ansetzen, um Emissionen wirksam zu reduzieren und sich zukunftsfähig aufzustellen.
Kern dieses Schritts ist die Entwicklung einer langfristigen Vision und konkreter klimabezogener Ambitionen. Dabei werden relevante Risiken, etwa steigende CO₂-Preise oder regulatorische Anforderungen, ebenso bewertet wie Chancen, zum Beispiel neue Märkte für klimafreundliche Produkte oder Potenziale zur Effizienzsteigerung. Die frühzeitige Einbindung relevanter Stakeholder, intern wie extern, ist dabei entscheidend, um Akzeptanz und Umsetzungskraft sicherzustellen.
Etablierte Rahmenwerke unterstützen eine strukturierte Strategieentwicklung: Der Klimastandard IFRS S2 des International Sustainability Standards Board (ISSB) [5] verlangt, klimabezogene Risiken und Chancen systematisch entlang von vier Kernelementen offenzulegen: Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Kennzahlen und Ziele.
Für Unternehmen, die unter die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fallen, ist zudem der europäische Klimastandard ESRS E1 [6] maßgeblich. Er konkretisiert die Anforderungen an die Offenlegung klimabezogener Informationen, einschließlich des Umgangs mit physischen und transitorischen Risiken, der Darstellung von Klimazielen und Transformationsplänen sowie der Berichterstattung über Treibhausgasemissionen (Scope 1–3).
Die Berichterstattung nach ESRS basiert auf dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit, das sowohl die Auswirkungen des Unternehmens auf das Klima (Impact Materiality) als auch die finanziellen Auswirkungen klimabezogener Risiken und Chancen auf das Unternehmen (Financial Materiality) berücksichtigt.
Praxisbeispiel: Strategieentwicklung Klimamanagement
Auf Basis der Bestandsaufnahme definiert die Muster GmbH ihre Klimaschutzstrategie gemeinsam mit Führungskräften und wichtigen Lieferanten. Die Vision: klimaneutrale Produktion bis 2040. Steigende CO₂-Preise werden als zentrales Risiko bewertet, Effizienzgewinne und neue Kundenanforderungen als Chance. Der strategische Fokus liegt auf der Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen durch Energieeffizienz und erneuerbare Energien – ergänzt durch erste Schritte zur Zusammenarbeit mit Lieferanten im Bereich Scope 3.
Schritt 3: Zielentwicklung
Die Klimastrategie in spezifische, messbare und zeitlich definierte Klimaschutzziele übersetzen.
Welche Klimaziele sollten Unternehmen setzen?
Eine gute Klimastrategie braucht konkrete Ziele. Im dritten Schritt des Klimamanagements wird die Strategie in messbare, zeitgebundene Vorgaben übersetzt, die klar definieren, was bis wann erreicht werden soll. Dabei ist es wichtig, sowohl kurzfristige Meilensteine als auch langfristige Ziele zu setzen, um den Fortschritt kontinuierlich verfolgen und bei Bedarf nachsteuern zu können.
Orientierung bieten wissenschaftsbasierte Ansätze wie die Science Based Targets Initiative (SBTi) , die Unternehmen dabei unterstützt, Klimaschutzziele im Einklang mit den Pariser Klimazielen zu definieren. Weltweit haben Stand Januar 2026 bereits mehr als 10.000 Unternehmen validierte Klimaziele bei der SBTi eingereicht (SBTi) [7]. So wird sichergestellt, dass die gesetzten Ziele nicht nur intern sinnvoll sind, sondern auch einen messbaren Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten.
Praxisbeispiel: Zielentwicklung Klimamanagement
Die Muster GmbH übersetzt ihre Strategie in konkrete Ziele: Die Scope-2-Emissionen sollen bis 2030 um 60% gesenkt werden durch den Umstieg auf Ökostrom sowie Effizienzmaßnahmen wie LED-Umrüstung und Druckluftoptimierung. Die Scope-1-Emissionen aus Erdgas sollen im gleichen Zeitraum um 40% reduziert werden, unter anderem durch Ofenmodernisierung und Wärmerückgewinnung. Für Scope 3 ist zunächst die Erfassung produktbezogener CO₂-Fußabdrücke wichtiger Materialien geplant – unterstützt durch den Aufbau einer Lieferantendatenbank.


Schritt 4: Maßnahmen umsetzen
Die definierten Klimaschutzziele durch systematische Planung und konsequente Umsetzung konkreter Maßnahmen aktiv realisieren.
Wie werden Klimaschutzmaßnahmen im Unternehmen erfolgreich umgesetzt?
Mit klaren Zielen vor Augen geht es im vierten Schritt um die konkrete Umsetzung. Jede Maßnahme braucht eine klare Verantwortlichkeit, einen realistischen Zeitplan und die notwendigen Ressourcen – finanziell, personell und technologisch. Nur so lässt sich sicherstellen, dass geplante Veränderungen nicht im Tagesgeschäft versanden.
Bei der Priorisierung von Maßnahmen gilt eine klare Hierarchie: An erster Stelle steht die tatsächliche Emissionsreduktion durch Energieeffizienz, Prozessoptimierung und den Umstieg auf erneuerbare Energien.
Erst wenn Emissionen technisch oder wirtschaftlich nicht weiter reduziert werden können, kommt die Kompensation ins Spiel. Dabei wird zwischen Insetting (Klimaschutzprojekte innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette, z. B. bei Lieferanten) und Offsetting (externe Zertifikate, z. B. Aufforstungsprojekte) unterschieden. Insetting gilt als glaubwürdiger, weil es direkt an der eigenen Wertschöpfungskette ansetzt. Offsetting kann als ergänzendes Instrument sinnvoll sein, sollte aber nie als Ersatz für echte Reduktionsmaßnahmen verwendet werden.
Die Klimaschutzmaßnahmen selbst können vielfältig sein: technische Optimierungen, Prozessanpassungen, der Einsatz erneuerbarer Energien oder auch Verhaltensänderungen der Mitarbeitenden. Eine transparente Kommunikation, intern wie mit externen Partnern, und ein solides Projektmanagement sind dabei entscheidend, um den Überblick zu behalten und den Fortschritt aktiv zu steuern.
Praxisbeispiel: Maßnahmenumsetzung Klimamanagement
Die Muster GmbH startet die Umsetzung auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Der Strombezug wird auf Ökostrom umgestellt und eine Photovoltaikanlage installiert. Beleuchtung und Druckluftanlage werden optimiert, Ofensteuerungen modernisiert. Parallel werden Mitarbeitende geschult und die Datenerfassung für Scope-3-Emissionen aus eingekauften Metallen gemeinsam mit Lieferanten aufgebaut.
Schritt 5: Monitoring und Berichterstattung
Durch systematische Beobachtung den Fortschritt Ihrer Klimaschutzaktivitäten überwachen, bewerten und kommunizieren.
Wie überwacht ein Unternehmen seinen Klimaschutzfortschritt?
Der fünfte Schritt schließt den Kreislauf des Klimamanagements: Ohne systematisches Monitoring bleibt unklar, ob die umgesetzten Maßnahmen tatsächlich wirken und die gesetzten Ziele erreicht werden. Relevante Daten wie Energieverbrauch und Emissionswerte werden regelmäßig erfasst, analysiert und dokumentiert – als Grundlage für interne Steuerungsentscheidungen und gegebenenfalls notwendige Anpassungen.
Für die externe Berichterstattung stehen je nach Unternehmensgröße und Berichtspflicht verschiedene Standards zur Verfügung:
- Der GRI 305 Emissions Standard der Global Reporting Initiative ist der international gebräuchlichste Standard für die Berichterstattung von Treibhausgasemissionen und adressiert alle drei Scopes (GRI 305) [8].
- Darüber hinaus gilt CDP (Carbon Disclosure Project) als weltweit führendes System zur freiwilligen Offenlegung von Umweltdaten. Tausende Unternehmen berichten dort jährlich zu Klimawandel, Wasser und Entwaldung und stellen ihre Daten Investoren und Geschäftspartnern zur Verfügung (CDP) [9].
- Für CSRD-pflichtige Unternehmen ist ESRS E1 der maßgebliche Standard, der spezifische Anforderungen an Klimaberichterstattung, Übergangspläne und Zielkommunikation stellt.
Eine frühzeitige Ausrichtung der internen Datenprozesse an diesen Standards spart später erheblichen Aufwand. Gleichzeitig schafft eine transparente Berichterstattung Vertrauen bei relevanten Stakeholdern. Ob Nachhaltigkeitsbericht oder spezifischer Klimaschutzbericht – wer seine Leistungen offen kommuniziert, stärkt seine Glaubwürdigkeit und zeigt, dass Klimamanagement im Unternehmen ernst genommen wird.
Praxisbeispiel: Monitoring und Berichterstattung Klimamanagement
Die Muster GmbH erfasst monatlich ihre Energieverbräuche und berechnet jährlich die CO₂-Emissionen neu. Als sich zeigt, dass die Gasreduktion hinter den Erwartungen zurückbleibt, wird mit einer verbesserten Ofenisolierung nachgesteuert. Die Ergebnisse und Fortschritte kommuniziert das Unternehmen jährlich in einem Klimaschutzbericht auf der eigenen Webseite – transparent und für alle Stakeholder zugänglich.
Der Klimamanagement-Prozess im Überblick
|
Schritt |
Ziel |
Ergebnis |
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1. Bestandsaufnahme |
Emissionen verstehen |
CO₂-Bilanz (Scope 1–3) |
|
2. Strategie |
Risiken & Chancen steuern |
Transformationspfad |
|
3. Ziele |
Richtung konkretisieren |
1,5-Grad-kompatible KPIs |
|
4. Umsetzung |
Reduktion realisieren |
Messbare Einsparungen |
|
5. Monitoring |
Fortschritt sichern |
Transparente Berichte |
5 Kernbotschaften für Ihr Klimamanagement
- Unternehmen, die ihren CO₂-Fußabdruck nicht kennen, können ihre Emissionen nicht gezielt reduzieren. Die Bestandsaufnahme ist deshalb die unverzichtbare Grundlage jedes Klimamanagementsystems.
- Ohne eine klare Klimastrategie bleiben selbst die besten Absichten wirkungslos. Sie gibt die Richtung vor und schafft die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen im Klimamanagement.
- Klimaziele, die nicht messbar sind, sind keine Ziele – sie sind Wünsche. Konkrete, zeitgebundene Vorgaben sind der entscheidende Schritt von der Strategie zur Wirkung.
- Die beste Klimastrategie entfaltet nur dann Wirkung, wenn sie konsequent umgesetzt wird, mit klaren Verantwortlichkeiten, realistischen Zeitplänen und den notwendigen Ressourcen.
- Was nicht gemessen wird, kann nicht gesteuert werden. Systematisches Monitoring ist der Schlüssel zu einem Klimamanagement, das kontinuierlich besser wird.
Fazit
Klimamanagement im Unternehmen ist ein kontinuierlicher Prozess. Die fünf vorgestellten Schritte – von der Bestandsaufnahme über Strategie und Zielentwicklung bis hin zur Umsetzung und dem Monitoring – schaffen die notwendige Struktur, um diesen Prozess systematisch und wirkungsvoll zu gestalten.
Wer seinen CO₂-Fußabdruck kennt, kann ihn gezielt reduzieren und sich so nicht nur regulatorischen Anforderungen stellen, sondern auch Einsparpotenziale heben und das Vertrauen relevanter Stakeholder stärken. Klimamanagement ist damit nicht nur eine Frage der Verantwortung, sondern auch eine unternehmerische Chance für nachhaltigen Klimaschutz.
Seminar-Empfehlungen zum Klimamanagement
Wer Klimamanagement im eigenen Unternehmen professionell aufbauen möchte, braucht nicht nur einen klaren Prozess, sondern auch das nötige Fachwissen. Die folgenden Seminare vermitteln praxisnah die Grundlagen und Methoden, die für eine fundierte Umsetzung entscheidend sind.
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Häufig gestellte Fragen zum Klimamanagement
Wie lange dauert der Aufbau eines Klimamanagementsystems?
Das hängt von Unternehmensgröße und Ausgangssituation ab. Erfahrungsgemäß dauert die erste vollständige Bestandsaufnahme inklusive Scope-3-Erhebung zwischen drei und sechs Monate. Die Entwicklung einer Klimastrategie und erster Ziele kann parallel oder direkt im Anschluss erfolgen.
Welche Normen und Standards gibt es für das Klimamanagement?
Relevante Standards sind unter anderem das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) für die Emissionserfassung, die ISO 14064 für die Treibhausgasbilanzierung sowie die Science Based Targets Initiative (SBTi) für die Zieldefinition. Für die Berichterstattung spielen außerdem der GRI-Standard und die CSRD mit dem ESRS E1 (für berichtspflichtige Unternehmen) eine wichtige Rolle.
Was leistet der Corporate Carbon Footprint (CCF) im Unternehmen?
Der CCF gibt einen vollständigen Überblick über alle Treibhausgasemissionen eines Unternehmens, aufgeteilt in Scope 1, 2 und 3. Er ist die strategische Grundlage für Klimaziele, Reduktionsmaßnahmen und externes Reporting, etwa im Rahmen der CSRD oder gegenüber Investoren. Ohne einen soliden CCF fehlt Unternehmen der Ausgangspunkt für ein systematisches Klimamanagement.
Was leistet der Product Carbon Footprint (PCF) im Unternehmen?
Der PCF betrachtet die Emissionen auf Ebene einzelner Produkte über deren gesamten Lebenszyklus. Er macht sichtbar, wo in der Wertschöpfungskette die größten Emissionstreiber liegen und gibt Einkauf, Produktentwicklung und Produktion konkrete Ansatzpunkte zur Reduktion. Zudem bildet er die Grundlage für glaubwürdige Umweltaussagen gegenüber Kunden und Geschäftspartnern.
Warum sind CCF und PCF gemeinsam im Rahmen der Treibhausgasbilanz wichtig?
CCF und PCF ergänzen sich gegenseitig und schaffen zusammen ein vollständiges Bild. Der CCF zeigt das „wieviel", also das Gesamtvolumen der Emissionen eines Unternehmens. Der PCF beantwortet das „wo und warum". Er liefert die produktbezogene Detailtiefe, um Emissionen gezielt zu reduzieren. Wer nur den CCF kennt, sieht das Gesamtergebnis, aber nicht die Stellschrauben. Wer nur den PCF betrachtet, verliert den strategischen Gesamtüberblick. Erst zusammen ermöglichen beide Instrumente eine fundierte, wirksame Klimastrategie.
Quellenverzeichnis
[1] Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt): Nationaler Emissionshandel – CO₂-Preis 2025: 55 Euro pro Tonne; Preiskorridor 2026 zwischen 55 und 65 Euro. https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nEHS-verstehen/nehs-verstehen_node.html
[2] Europäische Union / Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) – Berichtspflichten und Anwendungstermine. https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/de/berichtspflichten/corporate-sustainability-reporting-directive-csrd/#
[3] GHG Protocol: Corporate Accounting and Reporting Standard – internationaler Standard zur Erfassung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3). https://ghgprotocol.org/corporate-standard
[4] GHG Protocol / ÖKOTEC Energiemanagement: Scope-3-Emissionen – machen in der Regel mehr als 70 Prozent der Gesamtemissionen von Unternehmen aus; einige Schätzungen gehen von bis zu 90 Prozent aus. https://www.oekotec.de/scope-3-emissionen-in-der-treibhausgasbilanzierung/
[5] IFRS Foundation (ISSB): IFRS S2 Climate-related Disclosures – Standardtext sowie Übersicht zu den IFRS Sustainability Standards (inkl. IFRS S1 und S2). https://www.ifrs.org/issued-standards/ifrs-sustainability-standards-navigator/ifrs-s2-climate-related-disclosures/ sowie https://www.ifrs.org/sustainability/
[6] Europäische Union / EFRAG: Delegierte Verordnung mit den ESRS (inkl. ESRS 1, ESRS 2 und ESRS E1, Klimawandel) – Verordnungstext im EU-Rechtsportal sowie ESRS-Dokumente und technische Materialien. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg_del/2023/2772/oj sowie https://www.efrag.org/en/sustainability-reporting
[7] Science Based Targets initiative (SBTi): Mehr als 10.000 Unternehmen weltweit mit validierten wissenschaftsbasierten Klimazielen (Stand: Januar 2026). https://sciencebasedtargets.org/
[8] Global Reporting Initiative (GRI): GRI 305 Emissionen – internationaler Standard zur Offenlegung von Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung. https://www.globalreporting.org/
[9] CDP (Carbon Disclosure Project): Weltweit meistgenutztes System zur freiwilligen Offenlegung von Umweltdaten; Unternehmen mit zwei Dritteln der globalen Marktkapitalisierung berichten über CDP. https://www.cdp.net/










