Procurement Manager für KI: KI-Lösungen rechtssicher beschaffen und Vendoren steuern.

  • Seminar
  • Präsenz / Virtual Classroom
  • 4 Termine verfügbar
  • 16 Unterrichtseinheiten
  • Teilnahmebescheinigung
  • Online durchführbar
Seminarnummer: 35720

Praxis-Seminar für Vendormanagement und Procurement für KI: KI-Lösungen beschaffen, EU AI-Act und EU Blue Guide anwenden.

Als Procurement Manager für KI lernen Sie, wie Sie KI-Lösungen beschaffen: Anbieter strukturiert bewerten, rechtssicher auswählen und dauerhaft steuern. Das zweitägige Seminar verbindet technische Bewertung, Vertragsgestaltung, EU AI-Act, EU Blue Guide, DSGVO, Third-Party-Risiken und Vendor Governance mit konkreten Praxis-Deliverables. 

Nutzen

Nach dem Seminar können Sie: 

  • als Procurement Manager für KI die KI-Anbieterlandschaft nach technischen, sicherheitsrelevanten und regulatorischen Kriterien vergleichen; 

  • Cloud-, Hybrid- und On-Premises-Modelle hinsichtlich Datensouveränität, Skalierbarkeit und Risiko bewerten; 

  • SLA-Strukturen, Haftungsklauseln und Regressregelungen bei KI-Systemen analysieren und verhandlungssicher einordnen; 

  • Anforderungen des EU AI-Act an Provider und Deployer in Beschaffungsprozesse übersetzen; 

  • die Wirtschaftsakteursrollen des EU Blue Guide auf KI-Lieferketten anwenden und ableiten, wann Ihr Unternehmen durch Beschaffung, Anpassung oder Fine-Tuning selbst zum Provider werden kann; 

  • DSGVO-konforme Datenverarbeitungs- und Transferszenarien bewerten und vertraglich absichern; 

  • Third-Party-Risiken in Due-Diligence-Verfahren überführen; 

  • als Vendor Manager für KI ein Vendor-Monitoring- und Governance-System entwickeln, das Transparenz, Kontrollierbarkeit und Exit-Fähigkeit unterstützt. 

Abschluss

Teilnahmebescheinigung

Teilnahmebescheinigung der TÜV Rheinland Akademie.

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an strategische Einkäufer, Procurement Manager, Beschaffungsmanager, IT-Leiter mit Beschaffungsverantwortung, Compliance Officer, Unternehmensjuristen, KI-Beauftragte, Datenschutzbeauftragte sowie CFO-nahe Funktionen mit Steuerungs- und Budgetverantwortung für KI-Investitionen. Es eignet sich besonders für Verantwortliche, die KI-Lösungen beschaffen oder als Vendor Manager für KI Anbieter bewerten und steuern.

Inhalte

Tag 1 – KI-Anbieterbewertung und strukturierte Due Diligence 

KI-Anbieterlandschaft strukturiert erfassen 

  • Marktüberblick zu Kategorien, Geschäftsmodellen und Positionierungslogiken von Hyperscalern, Spezialanbietern, Open-Source-Stacks und Middleware-Layern. 

  • Mindestwissen für Beschaffungsentscheidungen: LLMs, ML-Pipelines, API-Architekturen, Modellversionen und Update-Zyklen. 

  • Beschaffungsrelevante Leistungsgrenzen und Risiken: Halluzination, Modellversagen, mangelnde Erklärbarkeit, Bias und Qualitätsdrift. 

Technische und sicherheitsrelevante Bewertungskriterien 

  • Funktionsvergleich nach Modellqualität, Skalierbarkeit, Integrationsfähigkeit, Auditierbarkeit und Anbieterreife. 

  • Hosting-Modelle: Public Cloud, Private Cloud, On-Premises und Sovereign Cloud – mit Blick auf Datensouveränität, Latenz und Compliance. 

  • Sicherheitszertifizierungen und Nachweispflichten: ISO 27001, SOC 2, C5 und BSI-Grundschutz. 

Abhängigkeiten, Lock-in-Risiken und Vendor-Risk-Assessment 

  • Technischer, datenbezogener, vertraglicher und ökonomischer Lock-in. 

  • Vendor-Risk-Assessment zu Finanzstabilität, Marktabhängigkeit, Supportmodell, Roadmap-Transparenz und geopolitischen Risiken. 

  • Konzentrations- und Klumpenrisiken im KI-Stack erkennen und vertraglich adressieren. 

EU Blue Guide und Rollen in der KI-Lieferkette 

  • Wirtschaftsakteursrollen des EU Blue Guide – Hersteller, Bevollmächtigter, Importeur und Händler – als Auslegungsraster für die produktsicherheitsrechtliche Logik des AI-Act. 

  • Abgrenzung reiner Software-/API-Beschaffung von KI-Systemen in physischen Produkten wie Maschinen, Medizinprodukten oder Robotik. 

  • Einordnung, wann Anpassung, Fine-Tuning oder eine „wesentliche Veränderung“ dazu führen kann, dass ein Unternehmen selbst Hersteller beziehungsweise Provider wird. 

Praxis-Deliverable Tag 1 

Sie entwickeln eine strukturierte KI-Vendor-Bewertungsmatrix anhand von drei realen oder anonymisierten Anbieterprofilen aus dem eigenen Unternehmenskontext. Bewertet werden Technik, Sicherheit, Regulatorik einschließlich Blue-Guide-Rollenzuordnung und strategische Abhängigkeit. 

Tag 2 – Vertragsgestaltung, Regulatorik und Vendor Governance 

SLA-Strukturen und Haftung bei KI-Systemen 

  • Typische SLA-Architektur mit Verfügbarkeit, Performance-Metriken und Output-Qualität. 

  • Haftungsklauseln, Regressregelungen und Haftungsausschlüsse sowie relevante Verhandlungshebel. 

  • Auditrechte, Transparenzpflichten und Meldepflichten bei KI-bedingten Schäden. 

Regulatorische Anforderungen: EU AI-Act, EU Blue Guide und DSGVO 

  • EU AI-Act: Pflichten für Provider und Deployer, Hochrisiko-Klassifikation, Konformitätsbewertungen und Dokumentationspflichten im Beschaffungsprozess. 

  • DSGVO im KI-Kontext: Datenverarbeitungsverträge, Drittlandtransfers mit SCCs oder Angemessenheitsbeschlüssen sowie Datenschutzfolgenabschätzung. 

  • Zusammenspiel von AI-Act und DSGVO: Konfliktfelder, Doppelpflichten und Prüfroutinen. 

  • EU Blue Guide als amtliche Auslegungshilfe des New Legislative Framework und seine Relevanz für die Vertragsgestaltung mit Anbietern außerhalb der EU. 

  • Importeur- und Bevollmächtigten-Pflichten nach Blue-Guide-Logik bei der Beschaffung von KI-Systemen aus Drittstaaten. 

  • Der Blue-Guide-Begriff der „wesentlichen Veränderung“ als Prüfmaßstab für Vertragsklauseln zu Anpassung, Integration und Weiterentwicklung beschaffter KI-Systeme einschließlich General-Purpose-AI-Modelle. 

  • Einordnung der im Ausgangsmaterial genannten Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744 und ihrer Auswirkungen auf die Abgrenzung von Provider- und Deployer-Pflichten in Beschaffungsverträgen. 

Exit-Strategien und Vendor-Monitoring 

  • Datenportabilität, Migrationspfade, Kündigungsarchitektur und Übergangssicherung. 

  • Vendor-Monitoring mit KPIs, Eskalationsstufen, Review-Zyklen und Frühwarnindikatoren. 

  • Governance-Modell mit Rollen, Zuständigkeiten, Entscheidungsebenen und Dokumentationspflichten im laufenden Betrieb. 

Abschlussprojekt Tag 2 

Sie erstellen einen KI-Beschaffungsleitfaden für das eigene Unternehmen mit Bewertungsmatrix, Due-Diligence-Checkliste, SLA-Analysegrundlage, Third-Party-Risk-Framework, Blue-Guide-Rollenmatrix, Governance-Rollenmodell und Exit-Strategie-Template.

Hinweise

Grundlegendes Verständnis betrieblicher Beschaffungs-, Vertrags- oder Compliance-Prozesse. Erste Berührungspunkte mit KI-Projekten oder -Evaluierungen sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Das Seminar richtet sich an Funktionen mit wirtschaftlicher und regulatorischer Verantwortung, nicht an technische Entwickler. 

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1.350,00 € Nettopreis (zzgl. MwSt.)
1.606,50 € Bruttopreis (inkl. MwSt.)
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