Bau und Gebäude TÜV Seminare

                    Die Bau-Konferenzen im Doppelpack.

                    06./07.12.2018, Köln

                    12. Kölner Schimmelpilz-Konferenz
                    2. Kölner Bauschaden-Konferenz

                    Am 6. und 7. Dezember 2018 findet die  „12. Kölner Schimmelpilz-Konferenz“ und die „2. Kölner Bauschaden-Konferenz“ von TÜV Rheinland statt. Im Fokus des Themenspektrums stehen unter anderem erste Erfahrungen mit dem neuen BGB-Bauvertragsrecht 2018, Innenabdich­tung – Schutz vor oder Ursache für Schimmelpilzbefall, Leckortung, Differenzdruckmessung, Fugen in Betonbauwerken, Bewer­ten von mangelhaftem Schall- oder Brandschutz.

                    Nutzen Sie die Konferenzen als Plattform für Erfahrungsaustausch und Wissensauffrischung.Erweitern Sie Ihr Netzwerk und stärken Sie Ihre beruflichen Kontakte.Profitieren Sie vom Know-how der führenden Fachleute der Branche.

                    Wichtiger Hinweis

                    Mit der Anmeldung zu einer Konferenz sichern Sie sich die Teilnahme zu beiden Konferenzen und profitieren vom hochkarätigen Programm beider Veranstaltungen.


                    Das Programm

                    Vorabendprogramm, Donnerstag, 6. Dezember 2018. (identisch für beide Konferenzen)


                    12. Kölner Schimmelpilz-Konferenz inkl. Vorabendprogramm. | TÜV Rheinland Akademie GmbH

                    •17.00 Uhr: Begrüßung/Moderation. Martin Mohren

                    •17.05 Uhr: Erste Erfahrungen mit dem neuen BGB-Bauvertragsrecht 2018: Der Gesetzgeber als bester Freund des Bauunternehmers?, Andreas Kleefisch

                    •17.45 Uhr: Rechtsichere Dokumentation des Bauprozesses – damit man ohne Prozeß bauen kann, Matthias Linnemann

                    •18.30 Uhr: Diskussion/Pause

                    •19.00 Uhr: Ärger auf der Baustelle. – Was kann man tun?, Prof. Uwe Meiendresch

                    •19.45 Uhr: Come Together und Zeit für Fachgespräche und Netzwerken mit einem Imbiss

                    12. Kölner Schimmelpilz-Konferenz

                    Konferenzprogramm, Freitag, 7. Dezember 2018.

                    •09.00 Uhr: Begrüßung.
                    Michael Reichmann

                    •09.05 Uhr: Einführung/Moderation,
                    Martin Mohren

                    •09.10 Uhr: UBA-Leitfaden - staatliche Empfehlungen bei Schimmelpilzbefall
                    Dr. Kerttu Valtanen

                    •09.45 Uhr: Erkannt am Geruch? Wie zuverlässig ist das Messinstrument Nase?
                    Nicole Richardson

                    •10.30 Uhr: Kaffeepause

                    •11.00 Uhr: Schimmel im Land der Dichter und Dämmer – mangelhaftes WDVS nicht nur energetisch ein Problem
                    Ralf Oldenburg

                    •11.45 Uhr: Innenabdichtung - Schutz vor oder Ursache für Schimmelpilzbefall
                    Franz-Josef Hölzen

                    •12.30 Uhr: Mittagspause

                    •13.30 Uhr: Sanierung Extrem: Der besondere Schadenfall-Sanierung unter erschwerten Bedingungen
                    Mario Hänseler

                    •14.15 Uhr: Das kann teuer werden – Sanierung einer Sanierung
                    Udo Rieken

                    •15.00 Uhr: Kaffeepause

                    •15.30 Uhr: Leckortung – effektiv und treffsicher
                    Michael Carl

                    •16.00 Uhr: Alles dicht? Die Tücke der Lücke – Praxis der Differenzdruckmessung,
                    Holger Merkel

                    •16.30 Uhr: Abschlussdiskussion

                    Weitere Informationen & Anmeldung

                    2. Kölner Bauschaden-Konferenz

                    Konferenzprogramm, Freitag, 7. Dezember 2018.

                    •09.00 Uhr: Begrüßung.
                    Michael Reichmann

                    •09.05 Uhr: Einführung/Moderation.
                    Andreas Kleefisch

                    •09.10 Uhr: Dicht? Wirklich? Fugen in Betonbauwerken – ein vernachlässigtes Detail mit weitreichenden Folgen
                    Michaela Stodt-Wetzel

                    •09.45 Uhr: Die Not mit der Entwässerung – Flachdachschäden durch falsche oder fehlende Notentwässerung
                    Herbert Gärtner

                    •10.30 Uhr: Kaffeepause

                    •11.00 Uhr: Mangelhafter Schallschutz im Wohnungsbau – Erkennen, Beurteilen Vermeiden,
                    Prof. Dr.-Ing. Peter Lieblang

                    •11.45 Uhr., Schallschutz – messen, bewerten, dokumentieren
                    Florian Fennel

                    •12.30 Uhr: Mittagspause

                    •13.30 Uhr: Typische Planungs- und Ausführungsfehler beim baulichen Brandschutz
                    Lars Hille

                    •14.15 Uhr: Mangelhafter Brandschutz – wer haftet?
                    Jörg Mayr

                    •15.00 Uhr: Kaffeepause

                    •15.30 Uhr: Das Ende der fiktiven Schadensberechnung im Bauprozess: Auswirkungen auf die Praxis, Thomas Jansen, Dr. Jens Reiermann

                    •16.30 Uhr: Abschlussdiskussion


                    Weitere Informationen & Anmeldung

                    12. Kölner Schimmelpilz-Konferenz inkl. Vorabendprogramm. | TÜV Rheinland Akademie GmbH

                    Die Referenten

                    Michael Carl, Dipl.-Ing. (FH) Bauphy­sik, Sachverständiger für Feuchte- und Schimmelschäden

                    Florian Fennel, Dipl.-Ing., Sachverstän­diger für Schallschutz, TÜV Rheinland Energy GmbH

                    Herbert Gärtner, Dachdeckermeister, ö. b. u. v. Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk

                    Mario Hänseler, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden gemäß DIN EN ISO/IEC 17024, TG Feuchte- und Schim­melpilzschäden

                    Lars Hille, Dipl.-Ing., ö.b.u.v. Sachver­ständiger Brandschutz, TÜV Rheinland Industrie Service GmbH

                    Franz-Josef Hölzen, Dipl.-Ing., ö.b.u.v. Sachverständiger Holz- und Bauten­schutz

                    Thomas Jansen, Dipl.-Ing., Betriebswirt, ö. b. u. v. Sachverständiger für Schäden  an Gebäuden und Wertermittlung von Immobilien

                    Andreas Kleefisch, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

                    Prof. Dr.-Ing. Peter Lieblang, Partner Büro K+L, Professur Bauphysik und Baustoffe FH Köln

                    Matthias Linnemann, Dipl.-Ing., Master of Laws (LL.M.), Sachverständiger für Bauablaufstörungen

                    Jörg Mayr, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

                    Prof. Dr. Uwe Meiendresch, Vorsitzen­der Richter am Landgericht Aachen

                    Holger Merkel, Blower-Door-Mess­dienstleister, Geschäftsführer bionic3 GmbH

                    Martin Mohren, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Mediator

                    Ralf Oldenburg, Sachverständiger für Innendämmung, Brand- und Schimmel­pilzsanierung und WDVS

                    Dr. Jens Reiermann, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

                    Nicole Richardson, Dipl.-Biologin, ö.b.u.v. Sachverständige für Schimmel­pilze und Schadstoffe in Innenräumen

                    Udo Rieken, Maler- und Lackierermeis­ter, ö.b.u.v. Sachverständiger für das Malerhandwerk

                    Michaela Stodt-Wetzel, Dipl.-Ing., Inhaberin Ingenieurbüro stobaplan, Sach­verständige für Abdichtungstechnik von Betonbauwerken

                    Dr. Kerttu Valtanen, Umweltbundesamt


                     

                    Andreas Kleefisch, BAUMEISTER Rechtsanwälte

                    Erste Erfahrungen mit dem neuen BGB-Bauvertragsrecht 2018

                    Interview mit Rechtsanwalt Andreas Kleefisch, Referent 2. Kölner Bauschadenkonferenz / 12. Kölner Schmimmelpilzkonferenz, Fachanwalt und Lehrbeauftragter für Bau- und Architektenrecht, BAUMEISTER Rechtsanwälte, Münster


                    Warum gibt es ein „neues“ Bauvertragsrecht?

                    Bislang wurden Bauverträge – gleich welcher Größe - gesetzlich nach dem über 100 Jahre alten Werkvertragsrecht des BGB abgewickelt, welches in dieser langen Zeit nur behutsam geändert wurde. Da es insbesondere auf komplexere und größere Bauvorhaben einfach nicht passte, wurden immer kompliziertere Vertragswerke üblich, zum anderen wurde mit der VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) ein „paralleles“ Bauvertragsrecht geschaffen, welches sich immer mehr verselbständigte. Der Gesetzgeber wollte mit der Novelle des BGB nun das gesetzliche Handeln wieder selbst in die Hand nehmen.

                    Für welche Verträge gilt das „neue“, für welche das „alte“ Recht? Was sind die wesentlichen Neuerungen?

                    Für alle Werk- / Bauverträge, die ab dem 01.01.2018 abgeschlossen werden, gilt dieses neue Gesetzesrecht, alte Verträge werden weiter nach dem alten Recht abgewickelt. Die Novelle hat zum einen erhebliche Auswirkungen auf die Abwicklung aller Baumaßnahmen, zudem ist eine Regressmöglichkeit für den Fall des Kaufs und Einbaus mangelhaften Baumaterials eingeführt worden, die für Hersteller und Großhändler von Bauprodukten relevant ist. Und für Architekten/ Ingenieure gibt es auch Neuigkeiten: ein eigenes Vertragsrecht mit einer Zielfindungsphase und einer Neuregelung der Gesamtschuld mit dem mangelhaft arbeitenden Bauunternehmen.

                    Ihr Vortrag auf der Konferenz wird sich mit „ersten Erfahrungen“ befassen?

                    Ja, es gibt erste Entwicklungen im allgemeinen Werkvertragsrecht, welche angestoßen wurden, auch wenn es natürlich noch keine gerichtlichen Verfahren bzw. Urteile gibt. Eine wesentliche Änderung betrifft Mängeleinbehalte von Abschlagsrechnungen. Bislang konnte der Besteller / Auftraggeber Abschlagszahlungen bei Vorliegen von wesentlichen Mängeln der Bauleistung gänzlich verweigern. Lediglich bei unwesentlichen Mängeln musste ein Abschlag gezahlt werden, dies unter Berücksichtigung eines Leistungsverweigerungsrechts. Nunmehr ist es unerheblich, ob ein wesentlicher oder unwesentlicher Mangel vorliegt. Der Besteller muss in Höhe der trotz Mängel erbrachten Leistungen einen Abschlag zahlen. Er kann allerdings in der Regel das Doppelte der geschätzten Mängelbeseitigungskosten zurückbehalten.

                    Überarbeitet wurden auch die Regelungen zur fiktiven Abnahme. Die Abnahme gilt nun als erfolgt, wenn der Unternehmer nach der Fertigstellung des Werkes eine angemessene Frist gesetzt hat und der Besteller die Abnahme nicht innerhalb der Frist unter Angabe mindestens eines Mangels verweigert. Bei einem Verbraucher als Besteller gilt dies nur, wenn der Unternehmer dem Verbraucher zusammen mit der Fristsetzung entsprechend belehrt hat. Nach der bisherigen Regelung kam die fiktive Abnahme dann nicht zum Tragen, wenn das Werk in sich nicht abnahmereif war, wenn es also Mängel aufwies. Nunmehr gilt aber die Abnahme selbst dann als erfolgt, wenn zwar objektiv Mängel vorliegen, der Besteller aber innerhalb der vom Unternehmer gesetzten Frist die Abnahmeverweigerung nicht mit entsprechenden Mängeln begründet.

                    Gibt es spezielle Regelungen zum Bauvertrag?

                    Durch ein neues Kapitel wurden tatsächlich erstmals Regelungen speziell zum Bauvertrag eingeführt. Damit werden die bislang in den Regelungen zum Werkvertrag verstreuten Vorschriften zum Bauvertrag zusammengefasst und um weitere Vorschriften ergänzt. Die Regelungen erinnern ein wenig an die gute alte VOB/B, die aber nicht etwa zum Gesetz wurde. Im Gegenteil regelt das BGB jetzt einige Punkte gänzlich anders, was zu ersten Problemen bei der weiter zulässigen Anwendung der VOB/B führt.

                    Welche wären das?

                    Eine der wesentlichsten Änderung beinhalten §§ 650b und c BGB. Bislang fehlte im BGB ein Anordnungsrecht des Auftraggebers (wie etwa § 1 Abs. 3 und 4 VOB/B) für Maßnahmen, die aus seiner Sicht zur Erreichung des vereinbarten Werkerfolgs notwendig sind. Gleiches gilt für das Recht zur Anordnung von Änderungen des Leistungserfolgs insgesamt. Ein solches Anordnungsrecht wird nunmehr auch in den BGB-Bauvertrag eingeführt. Damit korrespondiert die Regelung in § 650c BGB. Danach soll der Unternehmer für Änderungsanordnungen nach § 650b BGB einen Anspruch auf eine zusätzliche bzw. geänderte Vergütung haben. Leider regelt nun das Gesetz diese Fragen vollkommen anders als die VOB/B, was dort zu Wirksamkeitsproblemen führt.

                    Nennen Sie wegen des Nachtragsmanagements Ihren Vortrag „Der Gesetzgeber als bester Freund des Bauunternehmers“?

                    Ja. Das Gesetz geht grundsätzlich davon aus, dass sich die Parteien des Bauvertrages über die geänderte Vergütung einigen sollen. Die Zeit läuft dann bei Änderungen, auf die der Auftraggeber angewiesen ist, allein gegen ihn. Der Unternehmer muss die geänderte Leistung zunächst einmal berechnen. Alsdann wird bis zu 30 Tagen verhandelt. Ob dies zu einem Baustopp führen kann oder muß ist nicht geregelt. Problematisch für den Auftraggeber ist dann auch, dass der Unternehmer für den Fall, man einigt sich nicht auf den Nachtragspreis, dennoch 80 % der in seinem Angebot genannten Mehrvergütung abrechnen und durchsetzen kann. Die Besonderheit besteht auch darin, dass diese Frage im Rahmen eines neuen einstweiligen Verfügungsverfahrens vor den Landgerichten geltend gemacht werden kann oder angegriffen werden muss. Hierdurch gibt es ein hohes Druckpotential zugunsten des Auftragnehmers.

                    Sollte nicht der Verbraucherschutz im Mittelpunkt der Gesetzesnovelle stehen?

                    Eigentlich ja – auch wenn die neuen Regeln zum Verbraucher-Bauvertrag nicht sehr praxisfreundlich und nicht sehr weitereichend sind. Der Verbraucher-Bauvertrag ist definiert als Vertrag, durch den der Unternehmer von einem Verbraucher zum Bau eines (ganzen) neuen Gebäudes oder zu erheblichen Umbaumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude verpflichtet wird. Das Gesetz regelt vor allem Formvorschriften. Dieser Verbraucher-Bauvertrag bedarf zwingend der Textform. Des Weiteren ist dem Verbraucher eine Baubeschreibung zu übergeben. Die Besonderheit ist also, dass beim Verbraucher-Bauvertrag erhebliche Informationspflichten des Bauunternehmers zu beachten sind. Dazu gehören verbindliche Angaben zum Zeitpunkt der Fertigstellung oder zumindest zur Dauer der Bauausführung.

                    Was gibt es Neues für Architekten und Ingenieure?

                    Neben der erstmals geschaffenen gesetzlichen Definition des Architekten-/ Ingenieurvertrages wird eine sogenannte Zielfindungsphase mit Vergütungsanspruch eingeführt. Bekanntlich ist immer wieder Streit entstanden über die „Akquisitionsfrage“, ob Vorschläge des Architekten schon als beauftragte Leistungen zu vergüten waren oder aber nur als Akquise anzusehen waren. Um hier Klarheit zu schaffen, wurde eine sogenannte Zielfindungsphase eingeführt, die im Einzelnen Regelungen zu den Pflichten der Beteiligten enthält. Dieses Ziel wird allerdings mit der Neuregelung nicht erreicht werden.

                    Zum Schluss: Die aus Ihrer Sicht wesentlichste Änderung?

                    Neben dem neuen Nachtragsmanagement, welches in aller Munde ist, ist eine kleine Regeländerung eingeführt worden, die „unter dem Radar“ der meisten Player am Markt geblieben ist, aber dennoch erheblichste Auswirkungen auf die Baubranche haben wird: Mit der Änderung der kaufrechtlichen Regelung des  § 439 Abs. 3 BGB wurde endlich der Regress eines Unternehmers gegen seinen Lieferanten ermöglicht, der früher bei Einbau von minderwertigen Baustoffen allenfalls Anspruch auf Ersatzlieferung hatte, heute aber auch Anspruch auf Ersatz der Kosten des Aus- und Einbaus bekommt. Nach der Neuregelung des § 439 Abs. 3 BGB ist der Verkäufer von Baumaterialen im Rahmen der Nacherfüllung verpflichtet, dem Käufer auch die Kosten des Aus- und Einbaus zu erstatten. Der Letztverkäufer wiederum kann gegenüber seinem Lieferanten den Regress weitergeben, so wie dieser seinem Verkäufer gegenüber. Diese Neuregelung „sickert“ gerade durch den Markt und erfreut immer mehr Baufirmen, die nun nicht mehr allein auf den hohen Mangelbeseitigungskosten sitzen bleiben müssen.