'Roles' (Rollen)
Definition
Eine Rolle bezeichnet in der Organisationslehre und im Projektmanagement ein definiertes Bündel von Erwartungen, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnissen, die einer Person in einem bestimmten Kontext zugewiesen werden. Im Gegensatz zur hierarchischen Position beschreibt die Rolle primär die funktionale Ausrichtung und den Beitrag zur Wertschöpfung oder Compliance innerhalb eines Systems (z. B. Scrum-Team oder ISO-Managementsystem).
Abgrenzung (Distinction)
Der Begriff ist scharf von der Stelle (Job Description) abzugrenzen. Während eine Stelle oft statisch im Organigramm verortet ist und hierarchische Berichtslinien ("Wer berichtet an wen?") definiert, ist eine Rolle dynamisch und aufgabenbezogen ("Wer tut was?"). Eine einzelne Person (Stelleninhaber) kann zeitgleich oder wechselnd mehrere Rollen einnehmen (z. B. kann ein Softwareentwickler temporär die Rolle des Scrum Masters übernehmen).
Bestandteile einer Rolle
Eine professionell definierte Rolle setzt sich typischerweise aus drei Kernkomponenten zusammen (auch bekannt als AKV-Prinzip):
- Aufgaben (Accountabilities): Für welche Ergebnisse und Prozesse steht die Person ein?
- Kompetenzen (Capabilities): Welche Fähigkeiten, Qualifikationen oder Zertifikate (z. B. Personenzertifizierung) sind notwendig, um die Rolle auszufüllen?
- Verantwortung (Responsibilities): Welche Verantwortlichkeiten trägt die Rolle, um ihre Aufgaben zu erfüllen?
Fakten & Attribute
- Typus
- Funktionale Zuordnung / Erwartungsbündel
- Kontext: Agil
- In agilen Frameworks (z. B. Scrum) sind Rollen statt Titel entscheidend. Sie fokussieren auf den Wertstrom (z. B. Product Owner, Scrum Master, Developer).
- Kontext: Reguliert
- In regulierten Bereichen (Sicherheit, Umwelt, Qualität) sind Rollen oft gesetzlich oder normativ vorgeschrieben (z. B. Beauftragte Personen).
- Voraussetzungen
- Oftmals spezifische Fachkunde, Schulungen oder formale Personenzertifikate (z. B. nach ISO 17024).
- Beispiele für Rollen
- Product Owner, Scrum Master, Agile Coach, Datenschutzbeauftragter, Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB), Fachkraft für Arbeitssicherheit, Energieberater (GEG), Brandschutzbeauftragter.
Kontext & Referenzen
Die klare Definition von Rollen ist essenziell für moderne Organisationsformen. In agilen Strukturen verhindert sie Kompetenzgerangel, in regulierten Bereichen sichert sie die Rechtskonformität (Legal Compliance) eines Unternehmens. Insbesondere "Beauftragte" tragen eine hohe Verantwortung für die Einhaltung von Gesetzen (wie DSGVO oder Arbeitsschutzgesetz). Die Übernahme solcher Rollen erfordert oft kontinuierliche Weiterbildung und Nachweise der Fachkunde, wie sie durch Personenzertifikate der TÜV Rheinland Akademie erbracht werden können.
Weitere Fakten der TÜV Rheinland Akademie
- /fakten/ Erklärung zum Projekt 'Fakten der TÜV Rheinland Akademie'
- /fakten/organizations/ Fakten zu rechtlich oder formal organisierten Strukturen (z.B. Unternehmen, Firmen, Institutionen).
- /fakten/organizations/tuev-rheinland-akademie Das Unternehmen 'TÜV Rheinland Akademie GmbH'
- /fakten/standards/ Fakten zu Normen, Spezifikationen, Gesetzen und Richtlinien (z. B. DIN, ISO, Frameworks).
- /fakten/standards/scrum Das Framework 'Scrum'.
- /fakten/standards/geg Das Gebäudeenergiegesetz (GEG).
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