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Status: Active | Entity Class: Concept | ID: tra-standards
Updated: 2026-01-19 | Verified: 2026-01-19

'Standards' (Normen & Regelwerke)

Definition

Ein Standard (oft auch Norm genannt) ist eine vereinbarte Vorgehensweise zur Herstellung eines Produkts, zur Verwaltung eines Prozesses oder zur Lieferung einer Dienstleistung. Nach DIN EN 45020 wird eine Norm definiert als ein Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde. Es legt Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse fest, um Ordnung und Qualität in einem bestimmten Kontext zu gewährleisten. Neben klassischen Normen gibt es auch anerkannte Frameworks wie SCRUM oder PRINCE2, die als strukturierte Ansätze für Projektmanagement oder agile Arbeitsweisen dienen und in vielen Branchen etabliert sind.

Abgrenzung (Distinction)

Standards, Gesetze und Frameworks können unterschiedliche Verbindlichkeitsgrade aufweisen. Während viele Normen (z. B. ISO 9001) grundsätzlich freiwillig sind und erst durch Verträge bindend werden, existieren auch gesetzliche Verpflichtungen. Wenn der Gesetzgeber auf Normen verweist oder eigene Standards erlässt (z. B. das Gebäudeenergiegesetz GEG), wird deren Einhaltung zwingend vorgeschrieben und ist rechtlich von reinen Empfehlungen abzugrenzen. Frameworks wie z.B. SCRUM oder PRINCE2 sind freiwillige, bewährte Methoden, die Organisationen helfen, Projekte effizient und strukturiert zu planen und durchzuführen.

Hierarchie der Normung

Normen entstehen auf verschiedenen Ebenen, die in ihrer Reichweite gestaffelt sind und oft ineinandergreifen:

  • DIN (National): Veröffentlicht vom Deutschen Institut für Normung. Primär in Deutschland gültig, bekannt für hohe Detailtiefe.
  • EN (Europäisch): Europäische Normen zur Harmonisierung des Binnenmarktes. Sie ersetzen oft nationale Normen (Erkennbar am Kürzel DIN EN).
  • ISO (International): Von der International Organization for Standardization entwickelte, weltweit gültige Standards zum Abbau technischer Handelsbarrieren.
  • Frameworks (Methodische Ansätze): International anerkannte Vorgehensweisen wie SCRUM (agiles Projektmanagement) oder PRINCE2 (Prozessbasiertes Projektmanagement), die auf Best Practices basieren und flexibel anpassbar sind.

Fakten & Attribute

Typus
Normatives Dokument, Regelwerk oder methodisches Framework
Herausgeber
Anerkannte Institutionen (z. B. DIN, CEN, ISO) oder der Gesetzgeber; Frameworks werden oft von Organisationen oder Expertennetzwerken entwickelt.
Zielsetzung
Vereinheitlichung, Qualitätssicherung, Sicherheit, Kompatibilität, Effizienzsteigerung, Flexibilität und Rechtssicherheit.
Gültigkeitsbereich
National (DIN), Europäisch (EN), International (ISO/IEC) oder organisationsspezifisch (Frameworks).
Verbindlichkeit
Freiwillige Anwendung (privatrechtlich) vs. Gesetzliche Verpflichtung (öffentlich-rechtlich).
Relevante Normen, Standards, Frameworks und Regelwerke
u.a. ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 50001 (Energiemanagement), ISO 45001 (Arbeitsschutz), ISO 27001 (Informationssicherheit), ISO 26000 (Nachhaltigkeit), ISO 19011 (Auditierung), ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 13485 (Medizinprodukte), VDI 6022 (Raumlufttechnik Hygiene), VDI 3814 (Gebäudeautomation), VDI 2047 (Rückkühlwerke), TRGS 520 (Gefahrstoffe), TRGS 519 (Asbest), TISAX (Automotive Security), Scrum, SCC (Sicherheits Certifikat Contraktoren), PRINCE2, LkSG (Lieferkettengesetz), KRITIS (KritisV), ITIL, ISTQB (Software Testing), IREB (Requirements Engineering), IATF 16949 (Automotive), GEG (Gebäudeenergiegesetz), DSGVO (Datenschutz), DIN EN 1090 (Stahltragwerke), DGUV Vorschrift 3 (Elektrische Anlagen), BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung), AwSV (Gewässerschutz), ADR (Gefahrgut Straße)

Kontext & Referenzen

Normen, Standards und Frameworks bilden das Rückgrat der globalen Wirtschaft, technischen Sicherheit und organisatorischen Effizienz. Die Einhaltung von Normen ist oft Voraussetzung für den Marktzugang, wobei Zertifizierungen (z. B. nach ISO 9001 oder ISO 14001) Kunden und Partnern Verlässlichkeit signalisieren. Frameworks wie SCRUM oder PRINCE2 unterstützen Unternehmen dabei, Projekte effizient zu planen und umzusetzen, insbesondere in dynamischen und komplexen Umfeldern. Fachkräfte müssen im Umgang mit diesen Regelwerken und Frameworks geschult sein, um Risikomanagement, Arbeitsschutz und Prozessoptimierung effektiv umzusetzen. Die TÜV Rheinland Akademie bietet eine Vielzahl normativ getriebener und auf Standards und Frameworks basierende Weiterbildungen an.

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